Collart: Die Kunst des Zusammenlebens

Verlassenheit

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Das Gefühl von Verlassenheit – siehe auch Alleinsein, Vereinsamung, Zurückgezogenheit, Abgeschiedenheit, Isolierung – tritt im Zusammenhang mit menschlichen Verlusten, bei Trennung, Sterben und Tod wichtigster Bezugspersonen auf (Lebenspartner, Eltern, Kinder, engste Vertraute, geistige Führer). Es ist Ausdruck einer oft elementaren Erschütterung des seelischen Gleichgewichts, das auf intensiver Verbundenheit mit einem anderen Menschen, seiner ständigen realen oder geistigen Existenz, seiner unersetzlichen Bedeutung für das eigene Gleichgewicht als Gesprächspartner, als Adressat intimer Gedanken oder seiner Bedeutung als geistiger Orientierungspunkt beruhte.

Ein Gefühl fast unerträglicher Verlassenheit kommt durch Trennungserlebnisse bei Liebesbeziehungen auf, wenn tödliche Unglücksfälle oder unheilbare Krankheiten in die erste Zeit stärkster Verliebtheit fallen. Aber auch der Tod eines langjährigen Partners im höheren Lebensalter scheint manchmal das eigene Weiterleben unmöglich zu machen.

Das Empfinden von Verlassenheit ist mit einer Sinnkrise bzw. einer dauerhaften Sinnentleerung verbunden und entspricht dem Verlust von seelischer und geistiger Heimat. Eine scheinbar selbstverständliche und mit Begeisterung ausgeführte Betätigung kann nur noch mechanisch weitergeführt werden oder wird ganz fallengelassen, Lebensbereiche werden vernachlässigt und verkümmern, wenn der entscheidende Mensch, in dessen Gegenwart „die Dinge leuchteten“, nicht mehr existiert.

Für das Empfinden von Verlassenheit in seinen unterschiedlichen Ausprägungen ist die soziale Natur des Menschen verantwortlich, der ein sinnerfülltes Leben nur im unmittelbaren Zusammenwirken oder im Hinblick auf andere Menschen führen kann. Je schmaler die zwischenmenschliche Basis aufgrund des eigenen Charakters oder besonderer Lebensumstände formiert ist, desto schwieriger gestalten sich notwendige Umstellungen nach Verlusten.